Der Glaube an TYR

Die Ursprünge
Nicht mehr viel ist aus der Zeit der Besiedlung Krakants bekannt, jedoch weiß man sicher, das die ersten Siedler nordischen Ursprungs waren. Warum sie ihre ferne Heimat verließen, um hier eine neue Heimat zu finden, ist unbekannt. Ihr Anführer jedoch hieß Ulfgar Einauge. Er war wohl, wie alle seine Begleiter, ein sehr starker Vertreter des nordischen Glaubens. Dies führte gemäß den Ansichten heutiger Gelehrter und Ahnenforscher nach den ersten Kontakten mit den einheimischen Illiakki jedoch bald zu immer heftigeren Auseinandersetzungen, da der düstere, schamanistische Glaube der Illiakki den götterfürchtigen Nordleuten schon bald wie die fleischgewordene Verkörperung des Ragnarökk erschien. Diese wilden verehrten allem Anschein nach den schwarzen Wolf und die große Seeschlange und kleideten sich in den Fellen und Häuten dieser Wesenheiten, welche in jenen Tagen wohl in geraumer Zahl in Krakant gelebt haben müssen. Es wird in einigen alten Schriften auch von riesenhaften Verwandten der Illiakki gesprochen, welche den stärksten Nordmann um mehrere Köpfe überragt, und mehrere hundert Stein gewogen haben müssen. Die Siedler sahen sich also einem Volk gegenüber, das allem Bösen die größte Verehrung entgegenbrachte und die Erzfeinde der Asen in ihren eigenen Reihen wussten! So führte denn Ulfgar Einauge seine Mannen gegen die verhasste Übermacht, um mit Schwert und Schild in Walhalla Einzug zu halten. Nach zahlreichen und einen hohen Blutzoll fordernden Kämpfen und beschwerlichen Hetzjagden durch die damals ausgedehnten Dschungelgebiete der Westküste schien der Feind übermächtig. Die Zahl von Einauges Gefolgsleuten sank stetig und als Hunger und Krankheit in seinen Reihen Einzug hielt, schien die Situation aussichtslos. Er selbst wurde nach vielen Kämpfen von einer fremdartigen Krankheit gepackt und befahl seinen Mannen im Fieberwahn ihr Gedärm zu verspeisen, so wie er es gemäß der Überlieferungen wenig später am eigenen Leib vollbrachte. Panik machte sich breit und gestandene Hünen wimmerten im Schatten der Bäume. Die dunklen Götter stritten auf Seiten dieser Bestien, daran bestand kein Zweifel mehr. In dieser Stunde größter Not erschien ein Mann, der nie zuvor in jenen Schriften erwähnt wurde. Tyorus Tiuwas, wie er später genannt werden sollte.

Der heutige Tyr-Glaube
Der glaube an Tyr hat im Leben der krakanter Menschen einen zentralen Stellenwert. Jeder Krakanter glaubt an seine Existenz und ist zumindest im Ansatz mit seiner Tat vertraut: Tyr gab ihnen dieses Land und Tyr ist allgegenwärtig. Er ist es, der seine schützende Hand über seine Getreuen hält und jeden Straft, der ihnen Schaden will. Natürlich gibt es wie bei jeder Religion frommere und weniger fromme Zeitgenossen, jedoch ist es bestehende Tatsache für jeden Krakanter, das sie Tyrs Willen unterworfen sind. Nicht jeder kann sich ganz damit abfinden, die meisten jedoch würden es nie wagen ihre Stimme gegen die Tyr-Kirche oder gar Tyr selbst zu erheben. So wie sie im Laufe der Jahrhunderte ihre nordischen Wurzeln ablegten, so verloren die anderen Götter der nordischen Glaubensrichtung für die krakantische Bevölkerung immer mehr und mehr an Bedeutung. Für einen Krakanter ist es Tyr, an dessen Tafel die ruhmreichen Toten speisen und er ist Schöpfer und Schützer zugleich. Das Wissen um die anderen Götter ist zwar nicht verloren, jedoch spielen sie im Leben und Glauben der Krakanter keine Rolle mehr. Dem aus Augenzeugenberichten überlieferten Retter und Gönner wird die ganze Aufmerksamkeit und Dankbarkeit zuteil. So ist der krakantische Tyr-Glaube ein monotheistischer Glaube geworden. Andere Glaubensrichtungen werden geduldet, existieren jedoch nur in verschwindend geringer Zahl. Tyr ist für einen Krakanter Menschen der unumstritten mächtigste Gott.

Die Tyr-Kirche
Die Tyr-Kirche besitzt in Krakant ein hohes Ansehen und ist neben den Lehnsherren im Reich der Menschen die mächtigste Institution. Keinerlei Rechtssprechung findet ohne die Anhörung eines Gefolgsmannes Tyrs statt und sie fungieren beratend in nahezu allen wichtigen Entscheidungen. Priester des Tyr sind, gemäß ihres Gottes, geprägt von Tatkraft und Entschlossenheit. Sie verbringen ihr Noviziat in einer der wenigen Tempel der Kirche und begeben sich nach erhalt der Priesterweihe umgehend auf eine mindestens 4 Jährige Wanderschaft, in der sie überall dort verweilen, wo ihre Anwesenheit benötigt wird. Das kann sowohl auf einem Schlachtfeld, bei einem Gerichtverfahren oder in einem Lazarett sein. Schreine und Gedenkstätten des Tyr sind jedoch in ganz Krakant verteilt und so ist der himmlische Richter trotz einer verhältnismäßig geringen Zahl an Tempeln und Ordenshäusern allgegenwärtig. Der größte aller Tyr-Tempel steht in Narashkel und dort werden auch die meisten Novizen ausgebildet. Hier wird auch die mächtigste und heiligste aller Reliquien aufbewahrt, der geborstene Speer Tyorus Zorn. Gemäß der Überlieferung werden sich die Splitter am Ende aller Tage zusammenfügen und Tyr wird in Gestalt Tyorus Tiuwas, Tyrs Sohn, zusammen mit den ruhmreichen Toten zurückkehren, um mit seinen Getreuen gegen die Dunkelheit zu bestehen.

Schriftrollen zum Tyrglauben: